„Die einzige Wahl“ – Hazem’s Geschichte Wer sind die Menschen, die auf der Flucht zu uns nach Roßdorf kommen? Woher kommen sie? Was haben sie erlebt? Was wünschen sie sich? Von diesen Menschen wollen wir in loser Folge erzählen; genauso wie von den Menschen, die sie mit viel Engagement unterstützen.

Beim „Café International“ im Bürgerzentrum traf ich Hazem K. Bei Tee und Kuchen kamen wir rasch ins Gespräch. Schnell war er bereit, von sich zu erzählen. Freundlich und geduldig beantwortete Hazem meine Fragen. Wir verstanden uns gut in Englisch, einem bisschen Deutsch und Dank der Übersetzungshilfen auf unseren Smartphones.

Hazem schlug vor, seine Geschichte für uns aufzuschreiben. Er nannte seine Geschichte: „Die einzige Wahl“.

Mein Name ist Hazem, ich bin 26 Jahre alt, komme aus Syrien und bin nun in Roßdorf. Ich habe ein Studium an der Ökonomischen Fakultät der Universität von Damaskus abgeschlossen. Mein Problem begann, nachdem ich mein Studium beendet hatte. Um in meinem Land bleiben zu können und eine Stelle zu finden, hätte ich in der Armee dienen müssen. Aber dort ist Krieg, eine ganz schlimme Situation. Ich denke, da ist nichts gut an diesem hässlichen Krieg!

In dieser Zeit sagten meine Eltern zum ersten Mal zu mir: “Es wäre besser, wenn du das Land verlassen würdest. Du musst deinen eigenen Weg finden.” Ich weiß, es war nicht leicht für sie, mir das zu sagen. So entschied ich, zu gehen. Ich hatte keine andere Wahl.

Am 25. August 2015 begann ich meine Reise. Im ersten Schritt erreichte ich die Türkei. Es gab so viele Schwierigkeiten auf meinem fünftägigen Weg. Das ist lange, denn ich musste die Wüste durchqueren. Aber das war Nichts, im Vergleich mit dem, was danach folgte. Denn das war die Überquerung des Meeres mit einem Schlauchboot. Ich wusste: Das ist verrückt! Aber ich nahm darauf keine Rücksicht; niemand tat das.

Es war schwarze Nacht als das Boot fuhr. Jeder von uns, auch ich, bat Gott, uns zu beschützen. Wir hatten Angst. Aber es gab keinen Weg zurück. Plötzlich sah ich erste Lichter von Straßen und Autos. Da fühlten wir uns alle schon etwas besser. Wir kamen näher ans Festland heran. Vierzig Minuten später war ich auf einer der griechischen Inseln. Wir waren überglücklich. Ich wusste, was nun kam, war nichts gegen diesen Teil der Reise. Ich hatte Europa erreicht.

Von Griechenland aus ging ich nach Mazedonien, dann nach Ungarn, Österreich und schließlich nach Deutschland. Ich reiste mit Bussen, Zügen und zu Fuß. Zwischen Griechenland und Ungarn lief ich 50 Kilometer in Etappen.

Der 14. September 2015 war mein erster Tag in Deutschland. Ich traf viele sehr freundliche Menschen, die helfen wollten. Immer traf ich gute Menschen. Ich habe großen Respekt davor, was sie tun und hoffe, dass ich diese Hilfe irgendwann zurückgeben kann.

Nun beginnt mein neues Leben. Es gibt so viele Dinge, die ich tun muss, um gut in dieser Gemeinschaft anzukommen. Es ist eine große Ehre für mich, wenn ich Teil dieser Gemeinde werden kann. Und ich bin sicher, ich werde das können, weil es hier viele gute Menschen gibt. Sie versuchen, mir das Gefühl zu geben, ich sei hier Zuhause. Vielleicht ist es nicht genug, dafür danke zu sagen, aber das ist das Einzige, was ich jetzt machen kann: Herzlichen Dank allen!”

Aufgezeichnet von Susanne Felger, AK Asyl Roßdorf-Gundernhausen

Sehr gut besuchtes Café International

Letzten Samstag (14.11.2015) lud der Asylkreis Roßdorf-Gunderhausen zum zweiten Café International ein. Da beim ersten Treffen der kleine Raum des Frauencafés zu klein war, war zusätzlich der große Raum im Bürgerzentrum reserviert worden. So konnten die Spiel- und Malangebote im großen Raum angeboten werden und das gemütliche Café wurde im kleineren Frauencafé eingerichtet.
Gut 40 Personen schauten im Laufe des Nachmittags vorbei. Bei selbstgebackenen Kuchen, Kaffee und Tee wurde geplaudert und viel gelacht. Viele Roßdörfer und Gunderhäuser Bewohner trafen sich mit Menschen aus Syrien, Eritrea, Äthiopien und Somalia. Erwachsene, Jugendliche, die ohne Familie zu uns geflohen sind, und Kinder. Die mitgebrachten Bälle wurden draußen sofort von Jugendlichen und Erwachsenen zum Spielen eingesetzt. Drinnen wurden Bausteine aufgetürmt, fleißig Bilder gemalt und gespielt.

Passend zum Martinsfest, das vergangene Woche gefeiert wurde, verteilten Hendrik Markwardt und Layla Fröhlich aus der Klasse G7b der Justin-Wagner-Schule zusammen mit Frau Markwart, der Elternbeirätin der Klasse, kleine Geschenke, die die Schüler gespendet und hübsch verpackt hatten. Das sorgte für Begeisterung bei den Kindern. Herr Dr. Müller, der Klassenlehrer, freute sich zusammen mit seinen Schülern über die gelungene Überraschung.

Das Trommeln mit Uschi Hengst und Mitgliedern ihrer Trommelgruppe war, wie schon beim Begegnungsfest, wieder ein Höhepunkt des Nachmittags. Es konnte wieder mitgetrommelt werden, was vor allem die jungen Gäste gerne taten.

Eine kleine Gruppe nahm ab 17 Uhr begleitet von Mitgliedern des Asylkreises am Martinsumzug in Roßdorf teil.

 

 

Bild: Frau Markwardt, Hendrik Markwardt, Layla Fröhlich teilen Kuscheltiere mit den Kindern der Flüchtlingsfamilien im Café International.

Veranstaltungshinweis 14.11.2015 Café International

Wir laden Sie ein zum Café International am Samstag, den 14. November 2015 ab 14 Uhr im Bürgerzentrum, Roßdorf.
Das Café International ist ein offener Treff für alle Menschen in Roßdorf und Gundernhausen. Bei Kaffee, Chai, Kuchen und Spielen für Groß und Klein gibt es jede Menge Gelegenheiten für Fragen, Gespräche und Informationen.
Wer Lust dazu hat, kann ab 16.30 Uhr unter der Leitung von Uschi Hengst trommeln.
Kommen Sie doch einfach vorbei:
Jutta Quaiser
Asylkreis Roßdorf-Gundernhausen

 

Hausaufgaben-Unterstützung Rehbergschule

Hausaufgaben-Unterstützung in der Rehbergschule
Seit mehreren Monaten werden die Schüler der Rehbergschule, die die Hausaufgaben-AG besuchen, von zahlreichen Helfern des Asylkreises unterstützt. Jeweils dienstags, mittwochs und donnerstags findet unter Anleitung von zwei Lehrkräften das gemeinsame Lernen statt. Nach dem Mittagessen und einer Freispielzeit werden um 14 Uhr die Mäppchen, Arbeitshefte, Schnellhefter und Schulhefte ausgepackt und es geht zügig ans Arbeiten. Da bis zu 25 Schüler und Schülerinnen aus allen Lerngruppen oder Klassen der Schule teilnehmen, müssen die Helfer sehr flexibel sein und sich in die unterschiedlichsten Themenbereiche einfinden. Für nur zwei Lehrkräfte sind die zahlreichen Fragen der Kinder kaum zu bewältigen. Mit Hilfe der ehrenamtlichen Unterstützer – zu denen beispielsweise ein Student, ein Ingenieur im Ruhestand und auch pensionierte Lehrkräfte gehören – können die Hausaufgaben in ruhiger Atmosphäre angefertigt werden. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Mitarbeit im Unterricht und trägt mit Sicherheit zum Lernzuwachs der Kinder bei.
Herzlichen Dank allen ehrenamtlichen Helfern!

Ute Hofmann

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Syrische Flüchtlinge in Jordanien und im Libanon

So lautete der Titel der Ausstellung, die wir in September zwei Wochen lang während der interkulturellen Wochen in Alten Bahnhof gezeigt haben. Die Ausstellungstafeln hatte uns die Caritas zur Verfügung gestellt.
Axel Geerlings-Diel, der für die Caritas International schon oft in den Ländern vor Ort war, berichtete an einem Abend über die Situation der Flüchtlinge. Er schilderte anschaulich die Beweggründe, die Menschen in Syrien ver-anlassen, zur beschwerlichen Flucht aufzubrechen oder aus den Flüchtlingslagern heraus ihre Flucht fortzusetzen.
Laut UNHCR (Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen) bleiben weltweit 86 % der Flüchtlinge in ihrer Heimat-region, weil sie hoffen bald wieder in die Heimat zurückkehren zu können.
In Syrien mit ca. 23 Mio. Einwohnern von vor dem Krieg geht man davon aus, dass nach vier Jahren Krieg die Hälfte der Bevölkerung das Land verlassen hat, meist Richtung Jordanien, dem Libanon und der Türkei. Die im Land bleibende Bevölkerung hat ebenfalls oft ihre Region verlassen und lebt in bitterer Armut und ist auf Hilfslieferungen angewiesen. Geelings-Diel berichtete von Flüchtlingen, die erst bis zu zwei Jahren in Syrien und den umliegenden Ländern Sicherheit suchten, bevor sie auf den Weg nach Europa aufbrachen. Auch in den Flüchtlingslagern in Jordanien und dem Libanon gibt es keine sinnvolle Perspektive für die Zukunft. Ersparnisse sind schnell aufgebraucht. Ein Besserung der Situation in Syrien ist nicht in Sicht.
In Roßdorf ist vor kurzem eine sechsköpfig syrische Familie angekommen, die von Mitgliedern des Asylkreises begrüßt und angemeldet wurde. Paten unterstützen die Flüchtlinge im Alltag.

Termin für das nächste Treffen des Asylkreises:
Am Mittwoch, den 4. November 2015, um 19 Uhr im Bonifatiushaus an der katholischen Kirche, Roßdorf, Roßbergweg 13.
Besuchen Sie den neuen Internetauftritt des Asylkreises: www.rossdorf.netzwerk-asyl.net
mit vielen Informationen rund um das Thema Asyl.
Jutta Quaiser

„CAFÉ INTERNATIONAL“ im Bürgerzentrum „Neue Schule“ Ein neues Angebot der Freizeitgruppe des Asylkreises Roßdorf">

„CAFÉ INTERNATIONAL“ im Bürgerzentrum „Neue Schule“ Ein neues Angebot der Freizeitgruppe des Asylkreises Roßdorf

Ehrenamtliche des Arbeitskreises Asyl haben eine Möglichkeit für die Begegnung Roßdorfer Einwohner aller Herkunftsländer eingerichtet. Zum ersten „Café International“ traf man sich in den Räumen des Frauencafés im Bürgerzentrum „Neue Schule“. Gleich um 14 Uhr kam am letzten Samstag die erste Besucherin mit ihren zwei Kindern, wenig später waren alle Plätze am schön gedeckten Tisch besetzt. Die kleineren Gäste spielten in der Spielecke, während die etwas größeren Kinder Bilder malten. Bei Kaffee, Tee und Kuchen entwickelten sich schnell interessante Gespräche. Sprachbarrieren konnten dank der großen Hilfsbereitschaft afrikanischer Frauen überwunden werden. Sie schlugen mit etwas Arabisch und beachtlichen Deutschkenntnissen eine Verständigungsbrücke zwischen der neu angekommenen syrischen Familie und den deutschsprachigen Anwesenden. Weitere Lücken schlossen sich mit Hilfe von Bildersprache und einer Spracherkennungs-App. Wow. Es wurde deutlich, dass eine zeitgemäße Ausstattung mit einem kostenlosen Internetanschluss (freies WLAN) auch dem alten Gebäude gut stehen würde.

Bis zum frühen Abend wurden viele angeregte Gespräche geführt. In freundlicher und entspannter Atmosphäre konnten die Flüchtlinge über ihre Sorgen und Wünsche berichten.

Die Gelegenheit ab 16 Uhr mit der Trommelgruppe des Frauencafés zu trommeln, nutzten auch einige Gäste, bis die Kleinen müde wurden.

Mit insgesamt 28 Besuchern war das erste „Café International“ als voller Erfolg. Wir danken allen Helferinnen und Helfern, die zum Gelingen dieses interessanten Nachmittags beigetragen haben.

Karin Lichte

Begegnungsfest mit buntem Programm und vielen Gästen Am Grillplatz an der Kubig in Roßdorf">

Begegnungsfest mit buntem Programm und vielen Gästen Am Grillplatz an der Kubig in Roßdorf

Am 19.September veranstaltete der örtliche Asylkreis ein gut besuchtes Begegnungsfest am Grillplatz an der Kubig. Obwohl die Sonne erst am Nachmittag für angenehme Wärme sorgte, waren viele Bürgerinnen und Bürger und viele Flüchtlinge der Einladung zu einem Nachmittag mit Musik, Spielen, Basar und internationalem Mitbring-Buffet gefolgt.

Julian Seyerle (Gitarre und Gesang) unterstützt von Mitgliedern des Justin-Wagner-Schule Technikteams begann das Musikprogramm, gefolgt von der Jazzformation Klaus Dengler & Friends. Gegen 16 Uhr sorgte das Trommler-Team des Frauencafés Roßdorf für stimmungsvolle Rhythmen.

Das Mitbring-Buffet war ein großer Erfolg. Schon am Vortag hatten Frauen aus dem Asylkreis zusammen mit Frauen aus Eritrea, Äthiopien und Somalia in der Küche der Justin-Wagner-Schule Speisen aus deren Ländern zubereitet. Dazu kamen beim Fest noch Gerichte aus arabischen Ländern und Afghanistan, sowie deutsche Gerichte. Zusammen mit den vielen leckeren Kuchen war für jeden etwas dabei. Eine besondere Freude bereitete die Eisgarage Gundernhausen den Gästen: Sie verschenkten leckeres Eis. Vielen Dank dafür!

Beim kleinen Sachspenden-Basar konnten sich die Gäste ihre Kleidung und den Haushalt ergänzen.

An den Spielstationen hatten Groß und Klein viel Spaß.

Der Asylkreis möchte sich an dieser Stelle für die vielen Sach-, Buffet- und Zeitspenden bedanken. Viele haben zum Gelingen des Festes beigetragen. Neben den großzügigen Geldspendern, danken wir auch den Musikerinnen und Musikern, die ohne Gage aufgetreten sind, der Gemeinde Roßdorf für die kostenlose Nutzung des Grillplatzes und des Geschirrmobils, dem Team des DRK, das bereit stand, und der Justin-Wagner-Schule dafür, dass wir die Schulküche nutzen durften.

Schultüten-Spendenaktion für Flüchtlingskinder an der Rehbergschule in Roßdorf">

Schultüten-Spendenaktion für Flüchtlingskinder an der Rehbergschule in Roßdorf

Eine tolle Aktion für Schulanfänger organisierte das Bildungs-und Freizeitzentrum muslimischer Frauen in Darmstadt. Schultüten für Erstklässler wurden besorgt und mit praktischen Utensilien wie Scheren, Farbkästen, Spitzer, Bunt- oder Filzstiften und auch kleinen Spielen oder Spielsachen, Bällen, leckeren Säften und Naschereien bestückt. Viele Flüchtlingskinder in Kindergärten und auch Schulen kamen in den Genuss dieser guten Idee. Mitglieder des Frauenzentrums brachten die liebevoll gepackten und bis zum Rand gefüllten Tüten auf Initiative des Asylkreises vor der Einschulung auch in die Rehbergschule. Einige Tage später wurden die Schultüten überreicht. Fröhliche Gesichter und strahlende Augen sah man bei den Erstklässlern, die sich über diese großzügige Spende sehr gefreut haben.

Herzlichen Dank allen Spendern und Helfern!

Ute Hofmann