Arbeitskreis sagt Danke für die gespendeten Computerbildschirme

In der letzten Woche hatten wir im Roßdörfer Anzeiger um Computerbildschirm-Spenden gebeten, weil wir Computer gespendet bekamen. In kürzester Zeit erhielten wir von Spendern aus Roßdorf fünf Bildschirme. Dafür sagen wir „Herzlichen Dank“.
Während des Café International hatten wir zwei Computer zum Testen aufgebaut, mit denen gleich interessiert gerechnet, gelesen und geschrieben wurde.
Jetzt können einige Flüchtlinge mithilfe der Computer, der Bildschirme und einer Lernsoftware sowohl Deutsch als auch Mathematik üben. Gegen eine kleine Gebühr können sie sich die Ausrüstung zum Üben ausleihen.

Wir vom Arbeitskreis Asyl bedanken uns für bei den Spenderinnen und Spendern für die schnelle Reaktion.

Schon vormerken.
Willkommens-Kultur-Fest an der Heydenmühle außerhalb Lengfeld 3 am Samstag, den 02.09. von 14 – 21 Uhr mit großem Musikprogramm, Mitbringbuffet organisiert u.a. von KOKAS und der Unterstützung des Arbeitskreises Asyl Roßdorf/Gundernhausen
Begegnungsfest in Roßdorf an der Kubig, am Samstag, den 23.09. von 14 – 18 Uhr mit Musik und Mitbringbuffet organisiert vom Arbeitskreis Asyl Roßdorf/Gundernhausen
Sie sind schon jetzt herzlich eingeladen.

Jutta Quaiser, Arbeitskreis Asyl Roßdorf/Gundernhausen

Positive Resonanz auf die Bitte um Fahrrad- und Kindersitzspenden

Die Ehrenamtlichen des Arbeitskreises Asyl freuen sich über die große Spendenbereitschaft der Bevölkerung. Auf die Bitte um weitere Fahrradspenden und einen Kinderfahrradsitz erhielten unsere Ansprechpartner der Fahrradgruppe umgehend Angebote. Schon einen Tag nach der Veröffentlichung, am Freitag um 9 Uhr, stand eine Mutter vor der Haustür der angegeben Kontaktadresse Kaufmann in Gundernhausen und brachte uns einen bestens erhaltenen Kindersitz. Und um 9.15 Uhr riefen Eltern an, die gleich zwei Kindersitze spendeten, wobei ein Kindersitz mit einem bestens erhaltenen Fahrrad abgegeben wurde. Sitze plus Fahrrad: das hatten wir nicht erwartet.
Gleich am Samstag trafen wir den Familienvater, für den in der letzten Ausgabe des Roßdörfer Anzeigers ein Kindersitz gesucht wurde, auf der Veranstaltung des Gemeindebauhofs. Dort wurden Fundfahrräder versteigert, die der Bauhof eingesammelt hatte. Nach Auktionsschluss durften Vertreter der Fahrradgruppe des Asylkreises die übrig gebliebenen Fahrräder für die Flüchtlinge mitnehmen. Ein großer Dank geht an die Menschen in der Gemeindeverwaltung, die das sehr unbürokratisch möglich gemacht haben!
Für die anwesenden Flüchtlinge ein doppeltes Geschenk: Sie durften die Räder, die in einem sehr unterschiedlichen Pflegezustand waren (von Sperrmüll zu sehr gutem Zustand) kostenlos mitnehmen. Und die Fahrradgruppe, die mit Gemeindevertreter Frieder Kaufmann und Wolfgang Jakob anwesend war, machte Nägel mit Köpfen und lud noch am gleichen Nachmittag den gesammelten Fahrradpark auf den VW-Bus-Anhänger und brachte ihn zur Zahlwaldhalle.
Dort sind jetzt hoch motivierte junge Leute dabei, die Fahrräder für ihre Zwecke wieder zu reparieren. Den Rest nimmt die Fahrradgruppe ins Ersatzteillager.
Die Familie, die einen Kindersitz fürs Fahrrad brauchte, hat jetzt auch das dringend benötigte Kindertransportrad. Danke allen Beteiligten!
Ein Teil der Fundfahrräder, die nach der Auktion am Bauhof übriggebliebenen, werden nun von Flüchtlingen, die in der GU an der Zahlwaldhalle leben, genutzt.

Jutta Quaiser, Arbeitskreis Asyl Roßdorf/Gundernhausen

Flüchtlinge damals und heute

Kennen Sie das? Aus der Flut der Bilder, die wir täglich sehen, tritt manchmal ein einzelnes Foto hervor, das wir erinnern und über das wir mehr wissen wollen. So ging es mir mit der Weihnachtskarte, die uns unser Gundern-häuser Zeitungsträger im Dezember ins Zeitungsrohr steckte. Seit einigen Jahren fertigt Horst Weber jährlich eine neue Grußkarte mit einem historischen lokalen Foto. Zuletzt hatte er, vielleicht weil das Thema so aktuell war, eben dieses Foto gewählt.

Es stammt aus der Bildersammlung des Gundernhäuser Ortschronisten Wilhelm Kraft und wurde 1994 vom Kul-turhistorischen Verein Roßdorf im Fotobuch „Roßdorf vor¬mals. Erster Band. Bilder von Roßdorf und Gundernhau¬sen aus der Zeit von 1845 bis 1945“ veröffentlicht. (Das Buch ist als Neuauflage im Museum Roßdorf erhältlich.)
Doch was zeigt das Bild? „Am 1. September 1939 be-gann der 2. Weltkrieg. Die deutschen Grenzen im Westen wurden von der Wehrmacht besetzt. Aus den grenznahen Gebieten wurde, wegen der unmittelbaren Kriegsgefahr, die Bevölkerung evakuiert. So kamen im September 1939 viele Flüchtlingstrecks durch Gundernhausen. Das Bild zeigt einen solchen in der Hauptstraße“, schrieben die Autoren und Ortshistoriker dazu. Mehr ließ sich über diesen Treck leider nicht erfahren. Die Namen und die Geschichten der Menschen auf den Fuhrwerken bleiben im Dunkeln.
Manche Mitbürgerinnen und Mitbürger erinnern sich aber noch an die Flüchtlinge, die nach Ende des 2. Weltkriegs zu uns kamen. Diese Fluchtbewegungen und Vertreibun-gen waren ungleich größer und folgenreicher als die von 1939. Die Menschen, die damals kamen, haben Roßdorf und Gunderhausen nachhaltig verändert. Aus heutiger Sicht kann man sagen: Sie haben unsere Ortschaften bereichert! Doch auch damals war das Einleben der Neubürger alles andere als einfach (und es wurde ihnen nicht immer leichtgemacht), wie ältere Leute erzählen.
Das Foto und seine Geschichte verweisen zugleich auf einen weiteren wenig beachteten Aspekt der heutigen Fluchtsituation: Die Menschen, die es zeigt, werden heute als „Binnenflüchtlinge“ bezeichnet. Es sind Flüchtlinge oder Vertriebene, die im eigenen Land Schutz suchen. Aktuell gilt: „Mehr als 60 Prozent der etwa 65,3 Millionen Menschen, die weltweit auf der Flucht sind, konnten das eigene Land nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR nicht verlassen. Sie werden als sogenannte Internally Displaced People (Binnenflüchtlinge) gezählt. Die meisten Geflüchteten, die Schutz im Ausland finden, bleiben zudem in der Nähe ihrer Heimat. 86 Prozent aller Geflüchteten leben in sogenannten Entwicklungsländern“, schreibt der renommierte Mediendienst Integration.
Sicher, die Zahl der Flüchtlinge an den EU-Außengrenzen und in Deutschland war 2015 stark gestiegen. Die Hauptlast tragen aber die meist viel ärmeren Nachbarlän-der der Krisenregionen. Alleine der kleine Libanon hatte im Sommer 2016 offiziell zwischen 1,1 und 1,2 Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen. Nach manchen Schätzungen sind es sogar 2 Millionen. Damit „wäre bei rund viereinhalb Millionen Einwohnern fast jeder Zweite ein syrischer Flüchtling“, schriebt ZEIT online im Juli 2016.
Susanne Felger, AK Asyl Roßdorf-Gundernhausen

Aus dem Alltag in der GU am Sportzentrum

Mittlerweile haben sich viele Flüchtlinge in ihren behelfsmäßigen Ein-Raum-Wohnungen in der Gemeinschaftsunterkunft beim Sportzentrum eingewöhnt. Die etwa 60 Männer und Familien aus Syrien, dem Irak, Afghanistan, Pakistan, Somalia, Eritrea und Äthiopien gehen teilweise in die Schule. Teilweise nehmen sie an Sprachkursen freier Träger teil. Einige erhalten zweimal die Woche von Roßdörfer Ehrenamtlichen des Asylkreises Sprachunterricht. Ein paar Menschen konnten schon in vorübergehende Helfertätigkeiten vermittelt werden.
Um sowohl das Kochen als auch die Nutzung der Duschen und WCs einfacher zu gestalten, haben sich die Bewohner in Gruppen eingeteilt. Diese Gruppen übernehmen auch die Reinigung der Sanitäreinrichtungen.
Den Müllcontainer-Platz säubert hier Michael Tedgahuney. Er kam aus Eritrea und hat nun – wie drei andere Flüchtlinge auch – von der Gemeinde Roßdorf einen Job als Hilfe bei Gemeindearbeiten erhalten. Alle vier Flüchtlinge sollen die Gemeindearbeiter mit 30 Stunden pro Woche unterstützen. Dafür erhalten sie im Rahmen des hessischen Projekts FIM -Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen in den Arbeitsmarkt – 80 Cent pro Stunde.
Die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft sind aufgeschlossen und freuen sich, wenn Sie mal vorbei- und reinschauen.
Café International
Das Café International am letzten Samstag war wieder gut besucht, sowohl von ehrenamtlich Engagierten als auch von in Roßdorf lebenden Flüchtlingen. Für das nächste Café International am 18.02.17 von 14 – 17 Uhr im Bürgerzentrum Neue Schule freuen wir uns wieder über Kuchen- bzw. Kaffeespenden: kleiner Aufwand – große Geste! Infos bei Ute Storch 06154-695820
Engelbert Jennewein, Arbeitskreis Asyl Roßdorf/Gundernhausen

Café International zum letzten Mal dieses Jahr

Wir laden ein zum Café International im Elisabeth-Haus an der evangelischen Kirche in Roßdorf am Samstag, den 17. Dezember von 14 – 17 Uhr.
Das Café International mit Mitbring-Buffet ist für alle Interessierten geöffnet. Über Plätzchen- und Kuchenspenden freuen wir uns.
Schauen Sie doch einfach vorbei und lernen Sie Menschen, die sich im Asylkreis engagieren und Flüchtlinge, die in unserer Gemeinde leben, kennen.
Jutta Quaiser, Asylkreis

Asylsuchende freuen sich über gespendete Fahrräder

Asylsuchende freuen sich über gespendete Fahrräder
Im November hatte der Asylkreis die Bevölkerung zu Fahrradspenden aufgerufen. 23 Fahrräder wurden in beiden Ortsteilen gespendet, vom fast neuwertigen Fahrrad bis zum Oldtimer. Unsere Fahrradgruppe prüfte alle Fahrräder und setzte sie, wo nötig, in Stand. Aus Spendenmitteln und gesponsert durch die Firma Wellmannbike sind jetzt alle Fahrräder mit Kettenschloss, Licht und Reflektoren ausgestattet.
Warum Fahrräder für Flüchtlinge?
Mobilität ist auch für Flüchtlinge wichtig: zum Einkaufen, für Behörden- und Arzttermine, um einen Arbeitsplatz oder die Schule zu erreichen.
Da die Flüchtlinge nur über geringe finanzielle Mittel verfügen, ist jede Busfahrt teuer. Abends ist das Angebot des ÖPNV eingeschränkt. Und die Wohnanlage für Asylsuchende an der Zahlwaldhalle liegt außerhalb Roßdorfs.
Die Fahrräder wurden am letzten Samstagvormittag an die Flüchtlinge verteilt. Die Ehrenamtlichen der Fahrradgruppe halfen bei der Auswahl der richtigen Größe und der richtigen Einstellung der Sättel. Wie das Licht in Betrieb genommen wird, wurde bei Bedarf geklärt. Einige starteten gleich zu einer Testfahrt.
Ein Eritreer wird das Fahrrad nutzen, um zur Arbeitsstelle nach Arheilgen zu fahren. Für eine somalische Familie mit Kleinkind wird der Transport der Einkäufe leichter. Wenn es auch noch einen Spender für einen Kinderfahrradsitz geben sollte, kann das Kind einfacher in den Kindergarten gebracht werden. Einige Menschen freuen sich einfach auf Radtouren, mit denen sie die Umgebung erkunden können.
In zwei Wochen wird die Fahrradgruppe wieder zur Wohnanlage an der Zahlwaldhalle kommen, um gemeinsam mit den Asylsuchenden erste Reparaturen durchzuführen. Dabei werden die Menschen angeleitet, die Reparaturen selbst auszuführen und sich gegenseitig zu helfen.
Diesen Reparaturservice bietet die Gruppe auch bei in Roßdorf lebenden unbegleiteten jungen Flüchtlingen an. Frieder Kaufmann berichtet, dass ihn dort ein junger Mann überrascht hat, der geduldig „Achter“ aus deformierten Rädern entfernen kann. Das hat er schon in seiner Heimat gelernt.

DIE WEISSEN KOMMEN Ein Theaterstück über Afrika. Über uns. Gastspiel der Berliner Compagnie

Im fast voll besetzten Sonnensaal begrüßte Johannes Borgetto vom örtlichen AK Asyl am letzten Dienstag die zahlreichen Gäste aus Roßdorf, Gundernhausen und Darmstadt. Zusammen mit dem Koordinationskreis Asyl Darmstadt hatte der AK Asyl die renommierte Berliner Compagnie für ein Gastspiel nach Roßdorf in den Sonnensaal geholt.
Möglich wurde das Gastspiel durch das Engagement der Ehrenamtlichen und die Unterstützung durch die Sponsoren Haftpflichtkasse Darmstadt, ENTEGA, EnviroChemie, Sparkasse Darmstadt und den Kreisausländerbeirat. Die Gemeinde Roßdorf stellte den Sonnensaal kostenlos zur Verfügung.
In Vertretung der Bürgermeisterin richtete der 1. Beigeordnete Karl-Heinz Rück ein Grußwort an die Anwesenden und überreichte an Jutta Quaiser sowohl eine kleine Zuwendung für den Asylkreis als auch den Schlüssel für den Asylkreisraum an der neuen Gemeinschaftsunterkunft.
Zum Theaterstück: Die Not ist groß in Afrika. Das merken wir in Deutschland nicht erst, seit immer mehr afrikanische Flüchtlinge zu uns kommen. Doch wo liegen die Ursachen? Wer sich darüber Gedanken macht, denkt zuerst an schlechte Regierungsführungen in Afrika oder an Fehler bei der Entwicklungshilfe. Doch ist das alles? Was haben die fehlenden Perspektiven in Afrika mit uns zu tun?
„Investieren Sie in Afrika! Kaufen Sie Aktien/Fonds von Banken und Konzerne, die sind in Afrika engagieren!“, derart umworben gerieten die Theaterbesucher rasch hinein in den Wirbel global-afrikanischer Beziehungen.
Dabei konfrontiert die Berliner Compagnie die Zuschauerinnen und Zuschauer mit einem kritischen Blick auf die Geschichte und Gegenwart: Wie funktionieren Kolonialismus und Unterdrückung damals und heute? Wer profitiert davon? Wer zahlt die Zeche? Wer hat die Macht? Aber auch: Wie gelingt Widerstand?
Die vier Schauspielerinnen und Schauspieler unternahmen mit dem Publikum einen rasanten Ritt: von der Kolonialgeschichte über die schwarzen Befreiungskämpfe bis in die Gegenwart.
Eingebettet waren die packenden Szenen in eine Art Computerspiel, in dem ein allmächtiger „gamemaster“ das Einhalten der Regeln überwacht. Nur Spieler, die den Wettlauf um den ganz großen Gewinn ohne Skrupel vorantrieben, erreichten das nächste Spielniveau. Wer versagte, war Ruck Zuck degradiert und musste als Schwarzer weiterspielen. Diese pfiffige Rahmenhandlung und das ausdrucksstarke Spiel der Compagnie ermöglichte facettenreiche Einblicke und viele Perspektivenwechsel.
Es wäre nicht politisches Theater vom Feinsten und nicht die Berliner Compagnie, würde es am Ende nicht doch gelingen, die wahren Profiteure und ihre Vernebelungspraktiken zu entlarven. Die Spieler/innen auf der Bühne jedenfalls konnten sich aus dem unmenschlichen Spiel befreien!
Die Theaterbesucher/innen gingen, nach anhaltendem Applaus, eher nachdenklich nach Hause. Zu hören war Anerkennung dafür, dass es solch ein politisches Theater heute noch gibt und dass es in Roßdorf so breite Resonanz fand.
Die-Weissen-kommen

„Deutschland ist Freiheit“ – Mahamed’s Geschichte Wer sind die Menschen, die nach ihrer Flucht nach Roßdorf kommen? Was haben sie erlebt? Was wünschen sie sich? Von diesen Menschen wollen wir erzählen.

Mahamed (28) war ein Jahr unterwegs. Er floh – wie viele vor ihm – aus der Diktatur in Eritrea über Äthiopien, den Sudan, Libyen und Italien nach Deutschland: Zuerst zu Fuß, dann per Auto durch die Sahara, später mit einem Leck geschlagenen Schiff über’s Mittelmeer, wo die italienische Marine die Schiffbrüchigen rettete. Damals war er 24 Jahre alt. „Warum hast du diesen gefährlichen Weg gemacht“, wollte ich wissen. „Wenn du in Eritrea nach der 11. Klasse weiter zur Schule gehen willst, musst du in die Stadt gehen. Die Schule dort ist aber keine normale Schule, so wie in Deutschland. Es sind acht Monate Schule und vier Monate Militärdienst pro Jahr. Du kannst nicht zur Schule gehen, ohne auch Soldat zu sein! Und wenn du nicht sehr gut in der Schule bist, darfst du nicht weiter lernen. Dann musst du ganz und gar Soldat werden“, erzählt Mahamed. Alle jungen Leute, Männer wie Frauen, müssen viele Jahre lang Militärdienst leisten. „Deshalb flieht jeder, der kann. Das Land verliert seit vielen Jahren seine Jugend! Das ist eine Katastrophe für das Land und die Menschen dort.“
So ist es auch in Mahameds Familie: Er hat noch sieben Schwestern. Eine lebt in Holland, eine in Südarabien, eine in Libyen. Die anderen Geschwister und seine alten Eltern sind noch Zuhause, aber es ist schwer, Kontakt zu halten. In seinem Dorf gibt es keine Telefonverbindung.
Seit drei Jahren ist er nun in Deutschland und hat inzwischen eine Aufenthaltsgenehmigung. Zusammen mit seinem Neffen (21) wohnt er in einem kleinen Zimmer in der Gemeinschaftsunterkunft In den Leppsteinswiesen. In den letzten Monaten hat Mahamed intensiv Deutsch gelernt. Endlich durfte er in Darmstadt einen Sprachkurs besuchen. Inzwischen versteht und spricht der sehr sympathische junge Mann schon recht gut Deutsch. Aber er will weiter lernen, am liebsten einen Beruf! Sein Wunschberuf ist Tischler oder ein anderes Handwerk. Er hofft, dass er bald (wenn er sein B1-Deutschzertifikat hat) ein Berufspraktikum im Betrieb machen kann und danach eine Ausbildung. Ganz ohne Schule oder Ausbildung wird ihm die Zeit lang; er will etwas tun!
Gerne möchte er auch wieder Fußball spielen. In Klein-Umstadt, wo er vor Roßdorf wohnte, war er ein Jahr lang im Fußballverein. Hier hat er bislang noch keinen An-schluss gefunden.
Sobald seine nächsten Schritte geklärt sind, wenn er eine Ausbildung oder eine Ausbildungsvorbereitung machen kann, wünscht er sich auch eine eigene kleine Wohnung oder ein eigenes Zimmer. Er weiß, dass es sehr schwer ist, etwas Passendes zu finden. Mahamed ist da realistisch, aber auch zielstrebig. Denn er weiß: Das Zusammenleben mit seinem Neffen auf engstem Raum tut beiden nicht gut. Das soll sich bald ändern!
Danach gefragt, wie sich der Alltag in Eritrea und Deutschland unterscheidet, erzählt er: „Wenn Zuhause vier junge Leute in der Öffentlichkeit zusammensitzen und auch nur Kaffee trinken, kommt gleich die Polizei und jagt sie weg. Polizei und Regierung sind sehr misstrauisch! Sie vermuten überall die Opposition. Ganz schnell ist man im Gefängnis. In Deutschland gibt es Freiheit und nicht ständig Stress mit der Polizei. Außerdem gibt es hier Freiheit für die Religionen. Hier darf jeder glauben, was er will. Deutschland ist Freiheit! Hier ist alles okay“, sagt Mahamed und lächelt.
Wer für Mahamed einen Tipp oder ein Wohnungs- oder Praktikumsangebot hat, melde sich bitte bei Barbara Dunker, Tel. 0173-3203064 oder per E-Mail: babs_frisch@yahoo.de.Sie unterstützt Mahamed vom AK Asyl.
Susanne Felger, AK Asyl Roßdorf-Gundernhausen

Sehr gut besuchtes Café International

Letzten Samstag (14.11.2015) lud der Asylkreis Roßdorf-Gunderhausen zum zweiten Café International ein. Da beim ersten Treffen der kleine Raum des Frauencafés zu klein war, war zusätzlich der große Raum im Bürgerzentrum reserviert worden. So konnten die Spiel- und Malangebote im großen Raum angeboten werden und das gemütliche Café wurde im kleineren Frauencafé eingerichtet.
Gut 40 Personen schauten im Laufe des Nachmittags vorbei. Bei selbstgebackenen Kuchen, Kaffee und Tee wurde geplaudert und viel gelacht. Viele Roßdörfer und Gunderhäuser Bewohner trafen sich mit Menschen aus Syrien, Eritrea, Äthiopien und Somalia. Erwachsene, Jugendliche, die ohne Familie zu uns geflohen sind, und Kinder. Die mitgebrachten Bälle wurden draußen sofort von Jugendlichen und Erwachsenen zum Spielen eingesetzt. Drinnen wurden Bausteine aufgetürmt, fleißig Bilder gemalt und gespielt.

Passend zum Martinsfest, das vergangene Woche gefeiert wurde, verteilten Hendrik Markwardt und Layla Fröhlich aus der Klasse G7b der Justin-Wagner-Schule zusammen mit Frau Markwart, der Elternbeirätin der Klasse, kleine Geschenke, die die Schüler gespendet und hübsch verpackt hatten. Das sorgte für Begeisterung bei den Kindern. Herr Dr. Müller, der Klassenlehrer, freute sich zusammen mit seinen Schülern über die gelungene Überraschung.

Das Trommeln mit Uschi Hengst und Mitgliedern ihrer Trommelgruppe war, wie schon beim Begegnungsfest, wieder ein Höhepunkt des Nachmittags. Es konnte wieder mitgetrommelt werden, was vor allem die jungen Gäste gerne taten.

Eine kleine Gruppe nahm ab 17 Uhr begleitet von Mitgliedern des Asylkreises am Martinsumzug in Roßdorf teil.

 

 

Bild: Frau Markwardt, Hendrik Markwardt, Layla Fröhlich teilen Kuscheltiere mit den Kindern der Flüchtlingsfamilien im Café International.

Veranstaltungshinweis 14.11.2015 Café International

Wir laden Sie ein zum Café International am Samstag, den 14. November 2015 ab 14 Uhr im Bürgerzentrum, Roßdorf.
Das Café International ist ein offener Treff für alle Menschen in Roßdorf und Gundernhausen. Bei Kaffee, Chai, Kuchen und Spielen für Groß und Klein gibt es jede Menge Gelegenheiten für Fragen, Gespräche und Informationen.
Wer Lust dazu hat, kann ab 16.30 Uhr unter der Leitung von Uschi Hengst trommeln.
Kommen Sie doch einfach vorbei:
Jutta Quaiser
Asylkreis Roßdorf-Gundernhausen